Gebrauchtwagen aus Japan – Muss man die Strahlung fürchten?

Gebrauchtwagen aus Japan – Muss man die Strahlung fürchten?

15. April 2012 14:21 Comments are Disabled

Die Atomkatastrophe in Fukushima hat vor einigen Monaten die Welt geschockt. Weitreichende Auswirkungen hat das Unglück nicht nur für Japan selbst, sondern auch für viele weitere Regionen und Staaten auf dem Globus. Japanische Produktionsanlagen waren in der Vergangenheit für den Weltmarkt tätig. Unterhaltungselektronik, Kraftfahrzeuge und Industrienanlagen mit Maschinenbau und Schwerindustrie waren große Geschäftsfelder der japanischen Wirtschaft. Nach dem Beseitigen der meisten Tsunamischäden und der Wiederherstellung der Energieversorgung lief die Produktion in den letzten Monaten wieder an. Kunden in aller Welt machen sich nun wegen einer möglichen Strahlenbelastung der japanischen Waren Sorgen.

Behörden führen Kontrollen durch
Die japanischen Behörden versuchen die Bedenken zu zerstreuen und führen zahlreiche Messungen durch. Den ausländischen Handelspartnern wird signalisiert, dass die Warenausfuhren frei von schädlichen Strahlenbelastungen sein sollen. In der Vergangenheit sind die Behörden Japans wiederholt durch verharmlosende Darstellung der atomaren Folgen aufgefallen. Eigene Messungen von Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen haben offizielle festgestellte Messwerte als falsch und zu niedrig entlarvt. Nahezu alle japanischen Handelspartner sind daher zu eigenen Messungen ihrer Behörden übergegangen. Sie lassen sich die Messwerte der Exportgüter vor dem Verladen verbindlich bestätigen und führen nach dem Eintreffen der Waren Vergleichsmessungen noch an Bord der Handelsschiffe durch. Entsprechen die Werte nicht den Zusagen, wird die gesamte Schiffsladung abgewiesen und zurück geschickt.

Gebrauchtwagen im Zweifel auf Herkunft prüfen
Für Gebrauchtwagen besteht nur dann die Gefahr einer Strahlenbelastung, wenn sie seit der Katastrophe von Fukushima überhaupt in Japan gewesen sind. Fahrzeuge japanischer Produktion kommen jedoch vielfach aus europäischen Werken. Vereinzelt kann die Möglichkeit eines privaten Imports für einen Gebrauchtwagen vorkommen. Dies ist etwa bei Auswanderern oder Geschäftsfahrzeugen von Konzernen möglich. Zutreffen kann die Gefahr jedoch nur für vereinzelte Fahrzeuge, die nicht auf den üblichen Transportrouten der Importe und Exporte Japan verlassen könnten. Das Risiko ist daher verschwindend gering, einen mit Strahlen belasteten Gebrauchtwagen zu kaufen. Die behördlichen Kontrollen erstrecken sich mittlerweile auch auf Lufttransport und Grenzübergänge. Unkontrollierte Fahrzeuge könnten nur in der Anfangszeit der Katastrophe Japan verlassen haben.

Strahlung kaum zu befürchten
Selbst wenn eine Gebrauchtwagen einer direkten Bestrahlung ausgesetzt worden sein sollte, wird er durch die Bestrahlung nicht zum Selbststrahler. Als strahlend wirken nur anhaftende Schmutzpartikel oder Materialien für die strahlendes Material als Rohstoff bei der Herstellung verwendet wurde. Für die Importe von Neuwagen werden auf Wunsch Prüfzertifikate erstellt und als Bestandteil der Kaufunterlagen gewertet. Für Gebrauchtwagen besteht in der Regel keinerlei Verstrahlungswahrscheinlichkeit für die Verbraucher. Die behördlichen Kontrollen werden auch zukünftig diesbezüglich fortgeführt werden.

Comments are closed